Noch mehr Nordseewissen – Auflösung vom Quiz

Habt ihr beim Klitferie Quiz mitgemacht?
Dann lasst uns doch mal gucken, ob ihr alles gewusst habt ... 

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Seezeichen in Vedersø Klit beim Sonnenaufgang

Als Orientierungshilfe wurden früher alle hohen Gebäude, wie z. B. Kirchen an der Küste auf Seekarten markiert.

Um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen wurden ab dem Jahr 1884 nach und nach 25 verschiedene Seezeichen entlang der Westküste errichtet. 11 davon stehen noch heute. Vielleicht hast du einige von ihnen sogar bei deiner Anreise gesehen? Eines befindet sich in Vedersø Klit und zwei weitere südlich von uns, in Houvig und Hvide Sande.

Heute haben die schönen alten Seezeichen nur noch Erinnerungswert. Mit der GPS-Technologie sind sie für die Schifffahrt nicht länger relevant.

Unser sternförmiges Seezeichen hier in Vedersø Klit gilt als besonders schön. Aber es ist bedroht. Mit jedem Wintersturm wird Boden abgetragen und werden Teile der Dünen weggespült.

1950 wäre das Seezeichen um ein Haar abgestürzt und auf den Strand gefallen. Mit einer Rettungsmaßnahme wurde es damals weiter ins Land versetzt.

Aber schon 2007 war es wieder in Gefahr abzustürzen. Dieses Mal ergriffen einige Einwohner von Vedersø Klit die Initiative, um das Seezeichen erneut zu versetzen. 2011 war es dann soweit, es wurde 75 Meter nach Süden und 30 Meter nach Osten verschoben. Damit ist es nun erst einmal wieder sicher vor der hungrigen Nordsee. Aber wer weiß, wie lange?

>>> Mehr zu den Seezeichen

Traditionelle Sommerhäuser in Vedersø Klit - Die Klitrose

Ingeborg Kistorp ließ im Jahr 1932 in Vedersø Klit das Sommerhaus 'Hummelbo' bauen. Es war Maurermeister Tarpgaard aus Vedersø, der den Auftrag bekommen hatte. Ingeborg selbst hatte viele verschiedene Wünsche hinsichtlich der Einrichtung, der Wandfarben und der Türen und Fenster.

Schon vor Baubeginn sprach Ingeborg mit dem Maurermeister und erklärte, dass sie gerne eine sogenannte Klöntür als Haustür hätte (eine zweigeteilte Tür, bei der man den oberen Teil separat öffnen kann). Außerdem wollte sie alle Innenwände sonnengelb gestrichen haben.

Nachdem alles besprochen war, reiste Ingeborg zurück nach Kopenhagen, und Maurermeister Tarpgaard begann mit der Arbeit. Doch als Ingeborg nach einiger Zeit ganz gespannt und erwartungsvoll zurückkam, um ihr neues Sommerhaus zu sehen, war nicht alles so, wie ursprünglich vereinbart.

Im Wohnzimmer waren zwei Wände rotbraun, der Rest des Hauses war lavendelblau gestrichen. Statt der vereinbarten Klöntür war eine ganz normale Tür eingebaut worden.

Ingeborg war zwar im großen und ganzen zufrieden mit ihrem neuen Haus, aber sie wollte trotzdem eine Erklärung von Tarpgaard. Die kam auch prompt: Bezüglich der Farben, so war Sonnengelb keine Farbe, mit der er arbeiten wollte – Lavendelblau sei doch viel schöner für Schlafzimmer und Küche, und das Wohnzimmer sollte natürlich nicht die gleiche Farbe haben, sondern lieber rotbraun gestrichen werden, meinte Maurermeister Tarpgaard. Als er bereits zwei Wände gestrichen hatte, war allerdings die Farbe ausgegangen, und so hatte er einfach eine neue Farbe für die letzten beiden Wände gemischt – es sei ja modern, zwei Farben im Wohnzimmer zu haben. Tja und was die Tür anging, so meinte Tarpgaard, dass so eine Halbtür nur in einen Kuhstall gehörte und nicht in ein Sommerhaus.

So wurde im Jahr 1932 also ein Sommerhaus in Vedersø Klit fertiggestellt, das nur beinahe so wurde wie eigentlich geplant. Allerdings kostete es auch nur etwa 1000 Kronen. Zum Vergleich: Allein der Grund würde heute etwa 2 Millionen Kronen kosten.

>>> Hier sind einige der traditionellen Sommerhäuser

Klitferie in Vedersø Klit - Wie alles begann

Nach vielen umtriebigen Jahren als Kaufleute bekamen Anna Grethe und Johannes Sehnsucht nach einem kleinen Rückzugsort in den Dünen. Da beide hier an der Westküste aufgewachsen sind, war es naheliegend, sich nach einem Sommerhaus in Vedersø Klit umzuschauen.

Zu diesem Zeitpunkt wohnten sie mit ihren beiden Söhnen, Henrik und Søren, im Dorf Aulum zwischen Herning und Holstebro. Tja, ein kleines Sommerhäuschen für die Wochenenden fanden sie nicht auf Anhieb – dafür entdeckten sie aber etwas anderes. Der schöne Kaufmannsladen direkt in Vedersø Klit stand zum Verkauf. Ruckzuck warfen sie alle Pläne über Bord, zogen 1985 mit Sack und Pack hierher und übernahmen das Geschäft.

1986 fanden sie dann auch endlich ein Sommerhaus für die nun recht spärliche Freizeit. Das Häuschen in Vester Husby kauften sie zusammen mit Johannes' Bruder und dessen Frau. Es wurde gleich zur Vermietung eingerichtet und schon bald waren es mehrere Hauseigentümer, deren Häuser sie verwalteten.

Dies war der Anfang ihres Familienunternehmens, das mit einem einzigen Sommerhaus startete und heute etwa 280 Häuser vermittelt – immer noch mit Sitz in Vedersø Klit im Havvej 4. Beide Söhne sind mittlerweile ins Unternehmen eingestiegen, das sie nun gemeinsam mit Anna Grethe und Johannes führen. Die beiden Seniorchefs kommen auch heute - mit über 70 Jahren - noch täglich ins Büro.

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Husby Klitplantage

An der Westküste Jütlands tobt die Nordsee – beeindruckend schön und doch gefährlich. Viele sind über die Jahre auf See ertrunken, doch auch an Land gab es Probleme: Die weiten Sanddünen, deren Sand bei Stürmen in großen Mengen ins Landesinnere geblasen wurde, waren eine ständige Bedrohung. Besonders der kleine Ort Husby war stark betroffen. Das Problem war schon im 16. Jahrhundert bekannt, als der König - um Sandflug zu verhindern - verbot, die Bepflanzung der Dünen zu entfernen. Aber 1856 wurde es wirklich zu viel: Nun erreichte der Sand sogar schon die Schule in Husby, die direkt neben der schönen weißen Kirche lag.

Die Bauern mit ihren Feldern hinter den Dünen kämpften schon lange gegen die versandenden Felder, doch nun bedrohte der Sand auch das Gotteshaus. Es musste etwas geschehen. Zu Fuß machten sich daher vier Bauern auf den langen Weg nach Kopenhagen um König, Friedrich VII. das Problem zu schildern. Er war glücklicherweise sehr aufgeschlossen gegenüber den Bauern, die ein Schreiben vom Pfarrer dabei hatten, das die Situation erklärte. Der König versprach, etwas zu unternehmen, und es wird erzählt, dass er den Bauern sogar etwas Geld für die Rückreise gab, damit sie nicht wieder den ganzen Weg zu Fuß zurücklegen mussten.

Der erste Waldvogt kommt nach Husby

Tatsächlich hielt der König sein Wort. Im März 1858 kam Förster J.A.J. Drewsen nach Husby, um die Dünen zu bepflanzen. Als er mit seiner Kusche eintraf, hatte er Pflanzen und Samen dabei, die den Grundstein für die Husby Klitplantage bildeten. Man erzählt sich, dass die gesamte Gemeinde Husby alle Aktivitäten, den Schulunterricht und vieles mehr aussetzte, damit alle bei der Pflanzung helfen konnten. Sie begannen mit Latschenkiefern, die so gut gediehen, dass Drewsen mit der Anpflanzung neuer Baumarten experimentierte. Zuletzt waren alle Anstrengungen von Erfolg gekrönt.

Der Sandflug wurde gestoppt und Kirche, Felder, Höfe und das ganze Dorf vor dem Versanden bewahrt.

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Nordseewissen - Schiffbrüchige mit Raketen retten

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde bei Vedersø Klit eine Rettungsstation eingerichtet, und zwar genau gegenüber dem Klitferie Büro im Havvej 4.

Einheimische Bauern und Fischer bemannten die Station und riskierten ihr Leben, wenn Schiffe entlang der Küste von Vedersø Klit bis Husby auf Grund liefen. Das Rettungsboot war im Rettungshaus untergebracht und wurde im Falle einer Strandung von 8-10 Pferden durch den losen Sand der Dünen zum Strand gezogen. Sobald das Boot im Wasser war, brauchte man 12-16 Männer, um es zu rudern.

Neben dem Rettungsboot gab es noch ein weiteres wirksames Hilfsmittel zur Rettung der Mannschaft von havarierten Schiffen: den Raketenapparat. Mit seiner Hilfe konnte eine Leine vom Land zu den Schiffbrüchigen geschossen werden. Sobald die Verbindung vom Land zum Schiff bestand, konnten die Seeleute über eine Hosenboje wie mit einer Seilbahn Mann für Mann an Land gebracht werden. Den Weg, über den Rettungsboot und Raketenapparat transportiert wurden, nannte man den Raketenweg.

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Klitferie veranstaltet im Oktober den Kürbisabend in der Husby Klitplantage

Immer am Sonntag vor den dänischen Herbstferien veranstaltet Klitferie die Kürbisnacht. Treffpunkt ist der Waldspielplatz am Koglesø in der Husby Klitplantage. Klitferie kauft jedes Jahr 200 Kürbisse an denen sich alle mit ihren Schnitzmessern austoben können. Die fertigen Kürbisse – manchmal furchteinflößende Fratzen, manchmal süße Kürbisgesichter – werden, wenn es dunkel wird, im Wald ausgestellt und mit Kerzen versehen. Auf einer kleinen Rundtour kann man dann die wunderschön leuchtenden Ausstellungsstücke bewundern.

Die Veranstaltung findet seit 2022 jährlich statt, und da Klitferie bei der Organisation des Abends in der Regel dankbar für ein wenig Unterstützung ist, haben die Schüler:innen der Schule in Staby und deren Eltern mitgeholfen. Als Dankeschön für diese Hilfe hat Klitferie in den letzten drei Jahren die jeweilige Bornholm-Reise der Schule gesponsert.

Wir freuen uns auf den nächsten unterhaltsamen und hyggeligen Abend im Oktober.

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Strandauktionen nach den Strandungen an der dänischen Westküste

Als die Kania eines Nachts im Jahr 1953 vor Vedersø Klit auf Grund lief, befanden sich 17 Männer an Bord. Glücklicherweise konnten alle gerettet werden. Sie wurden ins Hotel gebracht, wo sie erst einmal heiß duschen konnten und trockene Kleidung bekamen. Nun folgten sechs Monate harter Arbeit, um den polnischen Trawler wieder freizubekommen.

Für das Hotel erwies es sich als ein richtig gutes Geschäft, dass die KANIA für so lange Zeit festsaß. Das gestrandete Schiff zog nämlich viel Aufmerksamkeit auf sich und damit kamen auch viele Neugierige an den Strand, um das Schiff zu sehen.

Die gingen dann ins Hotel, um zu essen, einen Kaffee zu trinken oder einen kleinen Schnaps zu nehmen... einen Schnaps zu nehmen? Das war schwierig, denn der Hotelbesitzer Chr. N. Larsen hatte nur in den Sommermonaten eine Schanklizenz. Er wandte sich daher an den Polizeipräsidenten, um zu fragen, ob er vielleicht eine klitzekleine Ausnahmegenehmigung erhalten könne. Der Polizeichef war sehr kulant und erteilte Chr. N. Larsen eine Lizenz, solange das Schiff vor der Küste lag.

Hier ein Auszug aus der Tageszeitung "Berlingske Tidende" vom Donnerstagmorgen, 27. Mai 1954:

(...) 177 Tage, nachdem der 157 Tonnen schwere polnische Trawler an der Nordseeküste vor Vedersø Klit auf Grund gelaufen war, gelang es am späten Dienstagabend Svitzers 'Mimer' unter Einsatz all ihrer 700 PS, die Arbeit zum Erfolg zu führen, die die 3.000 PS starken polnischen Bergungsschiffe nach wochenlanger Anstrengung aufgeben mussten. (...) Svitzer schaffte es im vierten Versuch - dank der Hilfe des Viborger Bauunternehmers H. Theut's, der einen 22-Tonnen-Bagger zur Verfügung gestellt hatte, welcher den Kies um den Trawler am Strand wegschaufelte. 'Mimer' begann bei mit Eintreten der Flut am Dienstagabend zu ziehen, und ganz langsam bekam die 'Kania' Wasser unter den Kiel und glitt aufs Meer hinaus. Es waren wohl 5-6.000 Menschen, die am Strand jubelten und Svitzers Esbjerg-Direktor Claus Sørensen an Bord des dritten Bergungsschiffs, der 'Mars' schwenkte stolz seine Mütze zum Sieg.

Im Strandungsmuseum St. Georg in Thorsminde erlebt ihr Geschichte von Weltrang. Primär ist es natürlich die Geschichte der beiden englischen Linienschiffe, die am Heiligabend 1811 vor Thorsminde auf Grund liefen und die viel zu viele Menschenleben kosteten.

Im Strandungsmuseum erfährt ihr aber auch von vielen anderen Strandungen. Hier seht ihr wirklich spannende Funde, die im Laufe der Jahre aus dem Meer gezogen wurden, natürlich vor allem von der HMS St. George und der HMS Defence.

Das Beeindruckendste ist aber wohl der über 5 Etagen reichende Turm, von dessen Obergeschoss aus man einen fantastischen Blick auf das Meer, den Fjord und die Hafeneinfahrt von Thorsminde hat.

Lauft vom Ausguck bis ganz hinab auf den Meeresgrund immer entlang dem 11,5 Meter hohen Ruder der St. George. Es wurde unter ganz besonderen Umständen gefunden, geborgen und hierher ins Museum gebracht. Aber wenn ihr diese Geschichte hören wollt, müsst ihr wohl ins Museum kommen.

>>> Mehr zum Strandungsmuseum

Kaj Munks Præstegård in Vedersø Klit

Der dichtende Pfarrer Kaj Munk ist wahrscheinlich eine der größten historischen Persönlichkeiten Westjütlands. Von ihm stammen mehrere großartige Theaterstücke und schöne Lieder, darunter das vertonte Gedicht 'Die blaue Anemone'.

Sein altes Pfarrhaus in Vedersø ist heute ein Museum, und es ist immer noch fast so eingerichtet wie zur damaligen Zeit. Das Pfarrhaus selbst liegt wunderschön am Nørresø. Hier könnt ihr sein Arbeitszimmer sehen und sogar sein altes Auto erleben, in dessen Dach er einmal ein Loch geschossen hat.

Wenn ihr das Pfarrhaus in Vedersø besucht, solltet ihr auch in der Vedersø Kirche vorbeischauen. Hier am östlichen Ende der Kirche findet ihr das Grab von Kai Munk, wo er nun neben seiner Frau Lise Munk liegt, die 1998 starb.

Heute wird das Museum vom Ringkøbing-Skjern Museum betrieben und es ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Husby Klitplantage

Heute liegt Kippes Baum leider am Boden. Er musste während des Sturms Bodil im Jahr 2013 den Naturgewalten nachgeben.

Wir wissen nicht genau, wie alt der Baum war, als er umstürzte, aber wir wissen genau, warum er einen Namen trug.

Das Mädchen Kippe war im Jahr 1932 gerade 10 alt, als es seinen Geburtstag zusammen mit der Familie feiern wollte. Sie packten einen Picknickkorb und gingen in den Wald, wo sie sich genau unter diesen Baum setzten und Kippes Geburtstag feierten. Daraus wurde eine Tradition, und seit diesem 10. Geburtstag fand Kippes Geburtstagsfeier Jahr für Jahr unter diesem Baum statt.

Leider ist Kippes Baum beim Sturm 2013 'gestorben', nur ein paar Jahre nachdem Kippe selbst verstorben war.