Hjerl Hede

Das Freilichtmuseum Hjerl Hede kennen viele, weil es in der Sommer- und zur Weihnachtszeit belebt wird. Zu diesen Jahreszeiten pulsiert hier das Leben, wenn Freiwillige in alten Trachten die Besucher mit der Dampfeisenbahn zum See oder zum Sägewerk, wo große Planken geschnitten werden, fahren oder im Pferdewagen zum Kaufmann mitnehmen, der seine selbst gemachten Bonbons und vieles mehr verkauft.

Es ist klar, dass gerade hier ein Gesamtheitserlebnis geboten wird – und genau dieses liegt den Beschäftigten von Hjerl Hede besonders am Herzen. „Durch unsere freiwilligen Mitarbeiter, unsere Gebäude und deren Geschichte möchten wir gerne über diesen Ort erzählen“, erklärt Ulla B. Nielsen, die für das Marketing verantwortlich ist.

Viele Jahre lang wurde das Museum wie eine Art von zusammenhängendem Dorf gesehen und betrieben, das hat man in den letzten Jahren versucht zu ändern. „Wir versuchen nun, kulturhistorisch und authentisch aus den verschiedenen Epochen, aus denen unsere Gebäude ursprünglich stammen, zu berichten. Das reicht vom Jahr 1546, aus dem unser ältestes Gebäude „Vinkelgården“ stammt, bis in die 1930er Jahre“, erzählt Ulla B. Nielsen.

Jetzt versucht man im Museum die authentischen Geschichten zu schildern, die mit den jeweiligen Gebäuden verknüpft sind. Beispielsweise das Gasthaus, ein alter Dorfkrug aus Skovgårde auf Fünen von ungefähr 1750. Jetzt steht er im Freilichtmuseum Hjerl Hede und erzählt die Geschichte aus dem Jahr 1865 als Just Peder Meyer Kreiberg und seine Frau Ane Kristine Besitzer des Gasthauses waren. Ulla B. Nielsen erklärt dazu: „Wir haben die Geschichte des Krugs erforscht und herausgefunden, wie die Gebäude zu Justs und Ane Kristines Zeit aussahen und so das Milieu und die Erzählungen ihrer Zeit wiedererschaffen – auf diese Weise lassen wird die echte Geschichte aller unserer Gebäude wieder entstehen.“

Eine gute Frage

Warum stehen nun eigentlich alle diese alten kulturhistorischen Gebäude hier, so weit draußen auf der Heide? Das tun sie, weil ein ganz besonderer Mann, H. P. Hjerl Hansen, Ende des 19. Jahrhunderts unter ärmlichen Verhältnissen mit seiner alleinstehenden Mutter aufwuchs. Er wurde durch die Industrialisierung ein tüchtiger und unternehmender Geschäftsmann, der mit beiden Beinen auf der Erde stand und niemals vergaß, wie seine Mutter während seiner ganzen Kindheit und Jugend hart arbeiten musste. Darum gründete er ein Museum, das das Leben und die Arbeit auf dem Lande schildern sollte, von dem er ahnte, dass es mit der Industrialisierung und der Landflucht der Bevölkerung in die Städte im Aussterben begriffen war.

Das Wichtigste für ihn war aber, seiner Mutter ein Andenken zu schaffen – einen Ort, der den Frauen und ihrer Arbeit huldigen soll – ”die stille Arbeit der Frauen” – wie es auf dem Gedenkstein steht, den Hjerl Hansen nicht weit vom Eingang des Museums aufstellen ließ.

Viele gute Erlebnisse mit echter Geschichte gekrönt

Hjerl Hede ist für die gesamte Familie interessant und mit guten, lustigen und nachdenklichen Geschichten und Erlebnissen angefüllt. Die alten Gebäude, die frei laufenden Hühner, Gänse und Enten und nicht zuletzt die Freiwilligen in ihren Trachten vermitteln die richtige Stimmung von dem Augenblick an, in dem man das Museum betritt. Das authentische Erleben wächst noch, wenn man die historischen Gebäude besucht, beim Bäcker die leckeren Plätzchen probiert, die Kinder auf dem historischen Spielplatz spielen lässt, sich auf die Schulbänke anno 1823 setzt, beim Kaufmann eine Tüte mit Bonbons kauft, als Lehrling auf der Reeperbahn mitarbeitet, im Dampfzug fährt, der auch noch einen Waggon angekoppelt hat, der im Film „Die Olsenbande fährt nach Jütland“ mitgewirkt hat.

Bei so vielen Erlebnissen, die auch noch von der schönen Natur Mitteljütlands gerahmt werden, kann man sich wohl eine Pause im Restaurant des Museums Skyttegården gönnen, der mitten in den authentischen Erlebnissen liegt.
Viele Sinne werden bei einem Besuch von Hjerl Hede angesprochen, hier kann eine Familie durchaus einen ganzen Tag verbringen und auf Entdeckung in den alten Häusern sowie auch in der umliegenden schönen Natur gehen.

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