Hedekaffe

Århus hat sie, Kopenhagen hat sie – die Cafés, in denen man einen kleinen Gaumenschmaus bekommt. Ulfborg Kirkeby, ein kleines Dorf in Westjütland mit ca. 130 Einwohnern, zwischen Ulfborg und Vemb gelegen, kann da mithalten. Hier findet man gleich an der Hauptstraße die Kaffeerösterei Hedekaffe und das dazugehörige Café Heden.

Die Geschichte des Familienunternehmens Hedekaffe startete 2013, als der erste Spatenstich zum Unternehmen gemacht wurde. Leo und Tove Andersen hatte die Firma „Toves Rengøring“ in Ulfborg und handelten dort auch mit Kaffee. Leo wurde von einem Deutschen namens Torsten angesprochen. Diese betreibt eine Kaffeerösterei in Frankreich und wollte, dass Leo und Tove seinen Kaffee vertreiben. Trotz der sprachlichen Herausforderung und mit der Hilfe des Schwiegersohns Bjørn wurde beim Treffen vereinbart, dass sie zusammen einen besonderen Kaffee entwickeln wollten, den nur „Toves Rengøring" führen sollte.

In der darauf folgenden Zeit gab es eine direkte Hotline zwischen Ulfborg und Frankreich und endlich waren drei Kaffeevarianten fertig. Diese drei Typen waren der Startschuss von Hedekaffe – denn die Familie hatte nun Blut geleckt. Sie wollte selbst Kaffee rösten und auch der Traum von einem eigenen dazugehörigen Café erwachte. Nach einer Zeit harter Arbeit, mit vielen Entschlüssen, Familienleben und Vollzeitarbeit nebenher, konnten die Kaffeerösterei Hedekaffe und das Café Heden 2016 öffnen.

Die Kaffeerösterei Hedekaffe und das Café Heden liegen im alten Molkereigebäude und dem dazugehörigen Lagergebäude in Ulfborg Kirkeby. Steht man auf dem Hofplatz zwischen beiden Gebäuden, wird der Geruchssinn stark beansprucht. Auf einer Seite ist der Eingang ins Café, aus dem der Duft frischgebackenen Brotes strömt und dich willkommen heißt. Auf der anderen Seite, hinter dem hohen Tor, liegt die Kaffeerösterei, deren Duft den Kaffeedurst weckt. Von Düften umgeben, die das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, stehst du hier und musst wählen, zu welcher Seite du starten willst (denn du solltest beiden Stellen einen Besuch abstatten!!).

Von der Bohne in die Tasse

Wir gehen zuerst in die Rösterei! An der Hinterwand entlang liegen die reizenden Stoffsäcke, in denen die Kaffeebohnen angeliefert werden. Mitten in dem großen Lokal stehen Maschinen, in denen die Kaffeebohnen geröstet werden. Dort steht Bjørn hinter dem Ruder, der, nachdem er in einer Schlosserei gearbeitet hat, nun den Titel des Röstmeisters trägt. Gute Ideen, westjütländische Beharrlichkeit, unzählige Versuche, oft das Fehlen einiger Stunden am Tag und ganze zwei Stunden Unterricht im Kaffeerösten bei Torsten – haben Bjørn den Titel verliehen und die Arbeit, die er heute genießt. Er hat seine Ehre darein gesetzt, die Grundpfeiler des Kaffeeröstens sowie der Lagerung unter Kontrolle zu haben und hat sich dann der Entwicklung des guten Qualitätskaffees gewidmet. Die Kaffeerösterei ist ein offener Betrieb, was bedeutet, dass man Bjørn beim Rösten über die Schulter sehen kann, wenn man zu dem Zeitpunkt des Tages kommt, an dem er Kaffee röstet. Bjørn genießt den Kontakt mit den Kunden und berichtet gerne über das, was man in der Rösterei sieht. Sie ist gleichzeitig auch ein kleiner Hofladen, in dem man Hedekaffes viele verschiedenen Sorten kaufen kann und darüber hinaus auch eine Reihe von verführerischen Spezialitäten.

Qualität auf der ganzen Linie

Wie gesagt, sollte man sich selbst auch den Besuch von Café Heden gönnen. Im Café hat man eine idyllische Aussicht über die parkähnliche Umgebung mit einem See, der von Schilfkolben und hohen Bäumen umgeben ist. Hinter der Theke im Café steht Julie. Sie ist die Tochter von Leo und Tove und mit dem Röstmeister verheiratet. Julie backt alles Brot selbst und an dem Tag, als ich dort war, war sie gerade dabei, die hausgemachten Windbeutel zu machen. Gute Zutaten haben einen Ehrenplatz im Café. Julies ”Stjerneskud” (Sternschnuppe, Fischfilets mit Krabben und Kaviar auf geröstetem Brot) ist für ihre guten Schollenfilets aus Thorsminde bekannt. Das Kuchenbuffet am Wochenende lenkt die Gedanken zur nordschleswigischen (überbordenden) Kaffeetafel mit einer großen Auswahl an leckeren Kuchen in allen Schattierungen. Es ist betriebsam im Café und viele der Arrangements, die angeboten werden, sind gut besucht und oft ganz schnell ausverkauft.

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