Klitferie

Ferienhäuser an der Nordsee

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Kania – Die Geschichte einer Strandung bei Vedersø Klit

Am 29. November 1953 wurde im Hotel Vedersø Klit eine Hochzeit gefeiert und wie immer stand Elna Larsen an diesem Abend selbst in der Küche, während ihr Mann Christian servierte.

An diesem Abend war es stürmisch und darum ging Poul Jensen, wie an vielen Abenden vorher, Strandwache und hielt nach Schiffen Ausschau, die sich vielleicht in Seenot befinden könnten. Poul ging auf der Strecke vom Græmvej an der Husby Kirche und dann 9 km nach Süden, wo er die Strandwache von Søndervig treffen würde. Zusammen konnten sie sich dann in dem kleinen Alarmhaus aufwärmen und nach einem Schnack die 9 km nach Græm zurücklaufen. Doch früh am Morgen den 30. November gegen 4 Uhr sah Poul auf dem Meer etwas Licht, nicht weit von der Küste entfernt. Als er näher heran kam, konnte er in der Brandung ca. 100 m vom Land die Umrisse eines großen Schiffes ausmachen. Die großen Brecher donnerten an die Schiffsseiten und drohten, es zu zerschmettern.

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Poul lief so schnell wie nie zuvor, aber ein Vorankommen war sehr schwierig mit den schweren Stiefeln im losen Sand. Oben im Hotel suchte Poul nach Jens Sørensen. Jens war nicht nur Rettungsmann, sondern im Sommer auch Rausschmeißer im Hotel. Aber an diesem frühen Morgen des 30. November half er, wie schon oft, Christian dabei, nach der Hochzeitsfeier aufzuräumen, als Poul ganz außer Atem hereingestürmt kam und rief, dass ein Schiff gestrandet sei und die Rettungsmannschaft sich versammeln müsse. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon Chr. Bank, den Aufseher der Rettungsstation, benachrichtigt und dieser war dabei, dass Rettungsboot klar zu machen.

In kurzer Zeit waren 8 Pferde vor das Rettungsboot gespannt und sie fuhren über die Dünen zum Strand. Doch der Sturm war so stark geworden, dass sie das Rettungsboot nicht zu Wasser lassen konnten, sondern die Hosenboje mit Raketenapparat benutzen mussten. Die große Rakete wurde über das gestrandete Schiff geschossen, daran war eine Leine befestigt, mit deren Hilfe die Seeleute ein Tau zum Schiff hinüberziehen konnten. Dieses Tau musste so hoch wie möglich auf dem Schiff festgemacht worden und dann konnten die Seeleute die Hosenboje zu sich auf das Schiff ziehen und darin einer nach dem anderen an Land geholt werden. Dieses Manöver war nicht ungefährlich, denn der Sturm war stark und die schweren Brecher Wellen schlugen seitwärts an das Schiff, das sich dadurch stark bewegte.

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Im Laufe von einer Stunde waren 13 der 17 Mann starken Besatzung ans Land gerettet worden, aber der Kapitän und drei Seeleute weigerten sich, das Schiff zu verlassen. Vielleicht hatten sie die Geschichten gehört, wonach die Bewohner der Westküste vor vielen Hundert Jahren die gestrandeten Seeleute erschlugen, um alles von Wert zu stehlen.

Im Laufe des Vormittags nahm der Sturm ab und die letzten Seeleute kamen an Land, zusammen mit der Schiffskatze „Mini“. Zu diesem Zeitpunkt war die Nachricht von der Strandung schon weit herumgekommen und die Leute kamen von nah und fern nach Vedersø Klit, um das gestrandete Schiff „Kania” zu sehen.

1953 hatte das Hotel Vedersø Klit nur eine Ausschankgenehmigung für Alkohol im Sommer, aber als die vielen Touristen kamen, um die „Kania“ zu sehen, sah Christian Larsen die Möglichkeit für einen guten Umsatz in der sonst so stillen Jahreszeit. Christian fuhr daher zum Polizeipräsidenten in Ringkøbing, der diese Genehmigung erteilen musste, und erklärte ihm den Sachverhalt. Der Polizeipräsident antwortete: „Dann sagen wir mal, du hast die Genehmigung, solange das Schiff dort festliegt“. Das Schiff wurde erst im Mai 1954 wieder flottgemacht.

Die gestrandeten Seeleute bekamen außer der guten Verpflegung im Hotel die Erlaubnis, in dem Ferienhaus zu wohnen, das Christian Larsen gerade gebaut hatte. Dieses Ferienhaus liegt noch immer am Weg Klitgryden und heißt nach dem gestrandeten Schiff „Kania“.

Die Schiffskatze „Mini“ beschloss im Übrigen ins Hotel einzuziehen. Mini war eine große schwarze Katze und folgte Christian wie ein kleiner Hund. Sie schlief auf seiner Brust, wenn er sich abends auf dem Sofa ausruhte. Im Frühjahr 1954 verschwand sie, doch sicher gehen viele ihrer Nachkommen in Vedersø Klit umher und wenn Sie nächstes Mal im Urlaub an der Nordseeküste eine schwarze Katze in Vedersø treffen, handelt es sich wahrscheinlich um Minis Nachkommen.

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